Der etwas andere Jahresrückblick

Wenn es Zeit für Jahresrückblicke wird, klinke ich mich meist aus den sozialen Netzwerken aus. Ich freue mich für das, was andere erreicht haben, aber ich bin auch nur ein Mensch und neige dazu, meinen eigenen Wert nach ihren Maßstäben zu messen. Das möchte ich nicht – es ist mein Leben – und deshalb lasse ich mir mit meiner Rückblende meistens etwas Zeit. Nachdem wir nun einen halben Monat im neuen Jahr stecken, habe ich das letzte Jahr für dich nochmal Revue passieren lassen.

Was habe ich 2019 anders gemacht?

Es war das Jahr des Entschleunigens. Während ich die Jahre zuvor immer 200 % gegeben habe und mehr als einmal über meine eigenen Ressourcen gearbeitet habe, beschloss ich schon im Jahr davor, etwas zurück zu treten. 2019 habe ich das vor allem im mentalen Sinne getan – ich habe mir Zeit für mich genommen, habe meine eigenen Ansprüche reflektiert, mehr auf mein Bauchgefühl gehört und noch tiefer in mich gehorcht, um meine tatsächlichen Ziele für die Folgejahre zu formen. Ich habe in dem Jahr keine Kundenaufträge angenommen, um meinen fotografischen Bildstil weiterzuentwickeln. Ich habe mich auf meine eigene Fortbildung in verschiedene Richtungen konzentriert und viel experimentiert. Es gab Monate, in denen ich die Kamera nicht einmal in die Hand genommen habe – und das war richtig gut so. Ich bin sensibler geworden, schätze die Fotografie wieder mehr und konnte mich auf das Besinnen, was mir in meinen Fotos wirklich wichtig ist.

Was hat mich 2019 fasziniert?

Dadurch, dass ich mich für einige Monate von meiner Kamera getrennt habe, konnte ich herausfinden, wer ich als Fotografin wirklich sein möchte. Und noch viel wichtiger: Wer ich ohne die Kamera überhaupt sein kann. Oftmals verschmelzen wir mit unserer Leidenschaft so sehr, dass wir eins mit ihr werden – und vergessen, dass wir viel mehr sind, als nur eine Berufsbezeichnung. Es hat mich fasziniert, was dort alles in mir schlummert, welche Interessen ich entwickelt habe und wie mir das Leben ganz automatisch viele Zeichen zugespielt hat. Für diese persönliche Entwicklung habe ich sehr oft wilde Pferde besucht, die nicht allzu weit von mir entfernt leben. Manchmal habe ich die Kamera im Auto gelassen, manchmal gar nicht erst eingepackt … und trotzdem bin ich jedes Mal mit vielen Erkenntnissen nach Hause gefahren. Es ist faszinierend, wie Pferde einen spiegeln können, wie sie auf die kleinsten Gefühle reagieren und welche Gedanken sie in uns wecken können.

Was habe ich 2019 Neues gelernt?

Obwohl es das Jahr des Entschleunigens war, war es auch das Jahr der Weiterbildung. Ich habe bereits 2018 gemerkt, wie gut es mir und meiner Kreativität tut, den eigenen Horizont zu erweitern. Ich nahm in London an einer Masterclass für Dokumentationsfotografie teil, der von einer renommierten Fotojournalistin gehalten wurde. Es bringt nichts, sich in gewohnten Bereichen fortzubilden … da dreht man sich nur im Kreis. Deshalb finde ich es wichtig, sich außerhalb der eigenen Komfortzone fortzubilden, damit man einen frischen Wind in die eigene Arbeit bringen kann.
In 2019 habe ich deshalb alles aufgesaugt, was ich finden konnte. Mein Lesepensum hat sich verdoppelt. Ich lese zwei Bücher gleichzeitig – ein Fachbuch und einen Roman, um Hirn und Herz gleichzeitig zu füttern. Je mehr ich gelesen habe, desto mehr passierte in meinem Kopf und ich wollte mehr, mehr, mehr. Durch die Besuche bei den Wildpferden und einigen anderen Begegnungen mit wegweisenden Menschen habe ich beschlossen, einen Weg einzuschlagen, von dem ich schon lange geträumt habe: Ich möchte noch mehr in die Persönlichkeitsentwicklung gehen. Nicht nur persönlich, sondern auch beruflich. Meine Mentorings handelten schon oft davon, wie die eigene Mentalität eng mit der Bildsprache verknüpft ist oder welche Denkmuster uns in der Preisfindung limitieren. Im Herbst war es dann endlich so weit und ich entschied mich für die Fortbildung zum pferdegestützten Coach. Ich lernte Methoden und Strategien, um anderen Menschen persönliches Wachstum zu ermöglichen und könnte dies mit der Spiegelung zum Pferd kombinieren. Das hilft mir nicht nur in Seminaren und Mentorings, sondern tatsächlich auch bei Fotosessions. Durch die Sensibilisierung für die feinen Signale zwischen Pferd und Mensch nehme ich Momente viel intensiver wahr und kann sie klarer deuten. 

Ansonsten habe ich gelernt, dass es nichts bringt, ständig nur nach dem Bauchgefühl zu leben. Es ist ein entspanntes Leben, eins, mit dem du in vollem Einklang mit dir selbst bist – aber das Leben ist einfach kein Ponyhof und manchmal muss man Dinge tun, weil die Logik es verlangt. Ich habe gelernt, dass eine gewisse Balance zwischen Herz und Kopf vorhanden sein muss. In dem einen oder anderen Extrem zu leben bringt niemanden weiter.

Was habe ich 2019 vermisst?

Ich kann ganz ehrlich sagen, dass ich nicht viel vermisst habe. Ich habe das Jahr so gelebt, wie ich es mir gewünscht habe. Dennoch glaube ich daran, dass es gut ist, etwas zu vermissen. Das bedeutet, dass das Herz lebt und es ist eine wunderbare Erfahrung, das erleben zu dürfen. Vermissung hat sich bei mir gegen Ende des Jahres entwickelt. Ich habe meine Kamera vermisst, mein kreatives Ventil, meine Muse, mein Werkzeug um dieser Welt zu zeigen, was ich fühle. Ich habe es vermisst, Menschen damit glücklich machen zu können. Ein Gedanke führte zum anderen. Ich öffnete an dem Tag meine Emails und las eine Nachricht, die ich in den vorigen Monaten oft erhalten habe … aber in dem expliziten Augenblick machte sie etwas mit mir. Es bat mich erneut jemand darum, wieder Fotosessions für private Pferdebesitzer im deutschen Raum aufzunehmen. Wie du vielleicht gesehen hast, bin ich für 2020 diesem Wunsch nachgekommen und freu mich unfassbar darauf.

Was war 2019 mein Lieblingsmoment?

Tatsächlich hatte ich im letzten Jahr viele Lieblingsmomente. Verbunden waren sie meistens mit meinen Reisen – die Fotoreise nach Schottland hat unzählige besondere Momente hervorgebracht …

Meine Fotoreise nach Indien zu den Marwaris ebenso … und es gibt so viele tolle Motive, die ich euch noch gar nicht gezeigt habe. Vorerst gibt’s diese drei Fotos für euch:

Doch so richtig heimisch fühle ich mich im Dschungel bei Zoha auf ihrer Auffangstation “The Backwater Sanctuary” (Vielleicht erinnerst du dich an dieses Interview? Mittlerweile war ich schon 2x bei Zoha in Indien und begleite die Entwicklung ihrer Tiere fotografisch). Es ist aber nicht nur ein Ort für Hoffnung, sondern auch ein Ort der Wildheit. Dort, wo ich zum ersten Mal den schwarzen Panther gesehen habe und indische Elefanten beobachten durfte … dort, wo ich 2019 einen hochschwangeren Leoparden fotografiert habe. Dort ist mein Herz Zuhause. Sicherlich ist die Erfahrung und der aufregende Alltag einen eigenen Blogeintrag wert. Ich könnte Wochen und Monate im Dschungel verbringen, endlose Gespräche mit Zoha führen oder einfach nur stillschweigend die Aussicht über das Backwater genießen und die Harmonie dieses Ortes aufsaugen. Mein Freund ist dieses Mal mitgekommen und hat dieses zweite Zuhause .. noch mehr zu einem Zuhause gemacht. Es schmerzt jedes Mal sehr, das Camp wieder zu verlassen, aber da sind wir wieder beim Punkt des Vermissens: Wie schön, dass wir etwas in unserem Leben so sehr lieben, dass wir es vermissen dürfen.

Berufliche Erfolge dürfen hier natürlich nicht fehlen, auch wenn ich sie in diesem Beitrag eher klein halten möchte. Besonders gefreut habe ich mich über eine neue Referenz mit 2 doppelseitigen Fotos in deutschlands größter Programmzeitschrift “TV Hören & Sehen” und Einbindung meiner Zorse-Fotos im RTL Fernsehen.

Nicht zu vergessen ist natürlich auch, dass wir nach 6 Monaten harter Arbeit meinen ultimativen Guide der Pferdefotografie veröffentlichen konnten und der Launch ein voller Erfolg war. Das hätte ich niemals alleine geschafft – an dieser Stelle auch nochmal ein großes Dankeschön an meine persönliche Assistentin Caro, die mich bei allem so tatkräftig unterstützt.

Was hält 2020 für mich (und dich) bereit?

Nachdem das letzte Jahr sehr ruhig für mich war, bin ich mit Vollgas aus Indien zurück gekehrt. Ich habe so viele Ideen, die ich umsetzen möchte. So viele Projekte, die geplant werden. Ich habe über die letzten Jahre aber vor allem gelernt, dass nur eins im Leben sicher ist: Das nichts sicher ist. Deshalb habe ich zwar einen Plan, was 2020 passieren soll, aber bleibe offen und flexibel für unerwartete Umwege. Dennoch, hier ein paar Punkte, auf die ich mich besonders freue:

  • Nachdem wir nach 4 Jahren Fotoreisen im letzten Jahr ausgesetzt haben, wird 2020 wieder eine Reise nach Menorca stattfinden! (Hier geht’s zur Ausschreibung)
  • Wir haben bereits Daten für die Touren in die Schweiz und nach Österreich festgelegt, die wir bald bekanntgeben werden (zu erst natürlich im Newsletter) … und wer darauf wartet, dass ich in seine Region komme, kann sich natürlich jederzeit melden und wir planen eine eigene Tour!
  • Wir stecken noch mitten in der Planung der Indienreise für dieses Jahr und werden bald mit einem spannenden Programm die Ausschreibung eröffnen
  • Daumen Drücken für ein ganz tolles Projekt in Asien
  • Es geht auch in diesem Jahr wieder für eine abenteuerreiche Reise nach Schottland (Hier geht’s zur Ausschreibung)
  • Seminare mit neuen Schwerpunkten, wie zum Beispiel „Personal Branding“ und „Rewild Yourself: Kreative Fotografie“ und die Rückkehr meiner beliebten Masterclass „Mit Leib & Seele“
  • Weiterbildung! Ich habe bereits eine ganze Liste an Büchern, die ich mir für dieses Jahr vornehmen möchte und werde auch wieder eine Fortbildung besuchen
  • Wie du an diesem Artikel vielleicht gesehen hast, ist der Blog zurück in diese Hauptseite eingezogen … mach dich auf neue Blogeinträge zu vergangenen Reisen, Lieblingssessions und aktuellen Gedanken bereit!
  • Nicht nur die Website hat sich im neuen Jahr verändert, mein Logo hat es auch. Wohin das führt … wirst du in diesem Jahr erfahren oder sehen! 🙂

2020 ist erst wenige Wochen alt, aber ich weiß jetzt schon, dass es ein Kick-Ass-Jahr wird. Ich habe so viel auf Lager, es ist so viel geplant, und ich bin so bereit. Ich wünsche dir für dieses Jahr den Mut, all die Ziele zu verfolgen, die du dir gesetzt hast. Genug Mut, um auf deinen Bauch zu hören, aber deine Kopfstimme nicht ganz auszublenden. Genug Mut, um auch dann weiterzumachen, wenn Herausforderungen auftreten. Genug Mut, um das Jahr so zu gestalten, dass du am 31. Dezember 2020 sagen kannst “Hui, was für ein wildes, wunderschönes, erinnerungswürdiges Jahr dies war”.


Vom Erwachsenwerden und Träume leben

Es war einmal ein kleines Mädchen, das nicht die Spur einer Ahnung hatte, wie ihr Leben einmal aussehen würde. Hätte mir vor 12 Jahren jemand gesagt, wie mein Leben heute aussieht, hätte ich es niemals geglaubt.

Anstoß für diese Gedanken ist ein Foto, das ich kürzlich wiedergefunden habe. Durch einen bevorstehenden Umzug räume ich momentan viel um, organisiere und sortiere aus. Dabei fiel mir ein Foto in die Hände, das ich bereits vergessen habe. Wenn man dem Zeitstempel auf der Rückseite glaubt, war ich zu dem Zeitpunkt 13 Jahre alt. In diesem Jahr werde ich 26 – also ein halbes Leben später.
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Jahresrückblick 2016 – und woher ich meine Motivation nehme

Langsam aber sicher wird es Zeit, dieses Jahr zu verabschieden. Es war turbulent. Ich gab Tage, an denen dachte ich, dass ich die Kamera jetzt endgültig an den Nagel hängen würde und Tage, an denen ich nicht hätte glücklicher sein können. Ich habe so viele Emotionen und Stadien durchlebt, wie ich sie gar nicht alle aufzählen könnte.
Ich bin über mehr als 300 Schatten gesprungen. Jeder einzelne Sprung hat mir verdammt viel Motivation abverlangt und ich werde oft gefragt, woher ich die Kraft und Energie nehme, ständig über 200 % zu geben. Die Antwort ist ganz einfach: Ihr seid es. Kein Kalenderspruch, kein Marketingklischee, sondern einfach die Wahrheit. Ich erkläre euch gerne, wieso.Weiterlesen


Denn wenn ich sehe, wohin uns Hass in dieser Welt geführt hat, möchte ich kein Teil davon sein.

Dieser Beitrag wurde nach den schrecklichen Ereignissen am 19.12. auf dem Berliner Weihnachtsmarkt von mir auf Facebook veröffentlicht.
Das beigefügte Foto habe ich ausgewählt, da es den Namen “Humility” – Demut, trägt.

So kurz vor Weihnachten stockt mir einfach der Atem. Wegen Berlin – und dann doch nicht nur wegen Berlin.
Ich habe gestern sehr viel Zeit damit verbracht, Live-Streams von Nachrichtensendern auf Facebook zu verfolgen. Im Sekundentakt kann man da beobachten, wie Kommentare geschaltet werden. Plötzlich ist man Zeuge davon, wie eine Nation sich spaltet.Weiterlesen


Haben Fotos eine Seele?

Wir Fotografen haben verschiedene Namen für den Zustand eines gelungenen Fotos. Besonders beliebt sind dabei die Ausdrücke, dass ein Foto “das gewisse Etwas” oder eine “Seele” besitzt. Während meines gestrigen Coachings kamen wir verstärkt auf dieses Thema zu sprechen und ich konnte es nicht verhindern, auch nach Feierabend meine Gedanken weiter um dieses Thema kreisen zu lassen.

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Der Unterschied zwischen Stolz und Arroganz

They want to see you do good, but never better than them.
Remember that.

Ich habe mich vor langer Zeit dazu entschieden, mein berufliches Leben und einige private Anteile davon öffentlich auf Facebook zu zeigen. Das bedeutet nicht nur, tiefe Gedanken und ein paar Selfies zu teilen, sondern auch, sich selbst bereitwillig als Zielscheibe anzumalen. Man macht sich angreifbar. Das ist mir nicht neu, habe den Weg bewusst gewählt, weil mein Charakter einen großen Anteil meiner Arbeit ausmacht und sie geformt hat (und umgekehrt). Ich lasse euch daran teilhaben, welche Niederlagen und welche Erfolge ich erlebe – denn meistens steht ihr mir zu Seite. Das ich meine Erfolge feiere, scheint einigen Menschen etwas quer zu schlagen.
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