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GHOSTS OF SCOTLAND

Highland Ponies - Schottland 2018

Der Regen prasselte gegen die Frontscheibe des Autos und die Sonne hat sich schon seit Stunden nicht mehr blicken lassen. Die Wolken hingen in den schottischen Highlands so tief über dem Boden, dass es den Anschein machte, als könnte man seine Hand nach ihnen ausstrecken und sie zu sich ziehen.
Plötzlich nahm ich am Rand der Straße ein hellen Blitz im Augenwinkel wahr, der im grauen Dunst deutlich hervorstach. Es waren drei weiße Highland Ponies, mitten in der Wildnis Schottlands.
Durch diesen verregneten Tag verlor man jegliches Gefühl für die Uhrzeit, Tageszeit und sogar Jahreszeit. Hier in den Highlands schien die Zeit tatsächlich still zu stehen. Umso mehr macht es den Eindruck, als würde es sich bei den weißen Ponies um die Geister der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft handeln.
Nach nur wenigen Minuten war ich bis auf die Knochen nass und meine Haut begann, taub zu werden. Der Wind schmetterte erbarmungslos weitere eiskalte Tropfen in mein Gesicht, doch die Highland Ponies schienen von diesem Wetter völlig unbeeindruckt. Wie ein mystisches Gesetz der Natur schwebten tiefe Wolkenformationen über die Berggipfel, von denen wir umrahmt wurden. Alles um mich herum fühlte sich an wie eine Highland Saga, und während mein Körper vor Kälte zitterte, fühlte sich mein Herz niemals zuvor wärmer an.

Erst einige Tage später erfuhr ich, dass die Moore, Graslandschaften und Berge der Highlands von schottischen Naturgeistern geschützt werden. Diese legendären Geister nehmen meist die Gestalt von Pferden an.

"Where dark woods hide secrets and
mountains are fierce and bold,
deep waters hold reflections
of times lost long ago.
I will hear their every story,
take hold of my own dream.
Be as strong as the seas are stormy and
proud as an eagle’s scream."
Julie Fowlis – Touch the Sky