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Petit hat es mal wieder geschafft: Sie wurde die Coverstory des chinesischen Horsemanship Magazins, in dem ich ein mehrseitiges Interview über ihre Geschichte und meine Leidenschaft gegeben habe. Anlässlich dieser Veröffentlichung wird es allerhöchste Zeit, das Petit ihren eigenen Blogeintrag bekommt. Zwar habe ich unsere Begegnung bereits in dem Artikel über meinen Werdegang beschrieben, allerdings bin ich aufgrund der Länge des Beitrags nicht in die Tiefe gegangen. Großflächige Fine Art Prints dieses Fotos hängt mittlerweile an vielen, verschiedenen Wänden, unter anderem in Polen, London und der Schweiz – nur in meinem Büro fehlt sie noch, was aber nicht mehr lange so bleiben soll. In diesem Artikel möchte ich euch ihre – unsere – Geschichte erzählen und euch einen kleinen Einblick darin geben, wie das Leben den fotografischen Stil beeinflussen kann.


Die Geschichte hinter “I see light”

Wie eine blinde Stute meine Sichtweise auf das Leben veränderte

Das Foto “I see light” gehört nicht nur wegen seiner intensiven, visuellen Wirkung zu meinen Lieblingsfotos. Darüber hinaus liegt es mir ganz persönlich am Herzen, da die Situation, in der das Foto aufgenommen wurde, mir die Augen geöffnet hat.
Vor einigen Jahren befand ich mich an einem Scheideweg in meinem Leben und wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Welchen Wert habe ich als Mensch und in wiefern lasse ich andere Menschen darüber urteilen? Ist das, was ich aktuell tue, etwas, was ich mein ganzes Leben machen möchte? Während die letzten Jahre meines Lebens mit harter Arbeit und viel Ehrgeiz gefüllt waren, ist mein Herz auf der Strecke geblieben.

Die Frustration, über meinen eigenen Weg keine Klarheit zu haben, wurde immer größer und wirkte sich negativ auf meine Kreativität aus. Zum Höhepunkt dieser Demotivation fand ich mich auf Mallorca wieder und hatte ein ganz besonderes Shooting vor mir. Petit, eine völlig blinde, graue P.R.E. Stute wartete auf ihren Termin mit mir.
Ich wusste nicht, was mich dort erwartete und ahnte definitiv nicht, welche Auswirkung dieser Termin auf den weiteren Verlauf meiner Karriere und meines Lebens haben sollte.

And above all, watch with glittering eyes the whole world around you because the greatest secrets are always hidden in the most unlikely places. Those who don’t believe in magic will never find it.

Die Stute betrat einen Paddock, auf dem sie vorher niemals gewesen war. Vom ersten Augenblick an strahlte sie ein ungebrochenes Grundvertrauen und eine solch intensive Wärme aus, so dass es mir den Atem verschlug. Ihre Schritte waren vorsichtig, aber keineswegs ängstlich. Was für ein Gefühl muss es sein, sich als Fluchttier in vollständiger Dunkelheit zu befinden? Und wenn selbst ein Fluchttier die eigenen Ängste überwinden kann – kann ich das auch?
Als Petit auf mich zulief und das Klicken meiner Kamera vernahm, schaute sie mich an. Natürlich nicht direkt – ihre Augen suchten mich in ihrer Dunkelheit, aber dennoch blickte sie scheinbar in mein Herz. Sie drehte um und lief einen schmalen Trampelpfad entlang, als würde sie dies jeden Tag tun. Es war der Moment des Fotos, als sie im Schatten die Entscheidung traf, die Dunkelheit zu verlassen und ins warme Sonnenlicht zu laufen, das durch die Büsche strahlte.
Mir wurde klar, dass ich wieder an mich selbst glauben musste. Egal wie dunkel mir die Welt erschien und egal, wie wenig Antworten ich auf so viele meiner Fragen hatte, ich müsste mir selbst nur einen Vertrauensbonus geben und der Wärme des Lichts folgen, dass ich tief in meinem Inneren spüre. Habe Vertrauen und du wirst den Weg deines Lebens finden. Vielen Dank für diese Erkenntnis, Petit.

Mittlerweile ist Petit in ihrem gut behüteten Zuhause sogar Mutter geworden und kann die warme Liebe, die sie ausstrahlt, an die nächste Generation weitergeben.

 

English Version

Story behind ‘I see light’

How meeting a blind mare changed my view on life

There are reasons why ‘I see light’ has become one of my all-time-favorites. Besides its’ intensive, visual effect it’s also dear to my heart because of the situation during it’s creation. It opened my eyes in many ways.
A few years ago I found myself at the crossroads. I didn’t know what to do with my life, where to go and what to work at. What’s my worth as a human and in what way do I let other people decide on it? Is this how I actually want to spend my life? For how long? Whilst the last years of my life had been filled with hard work and consuiming ambition I somehow forgot to listen to my own heart.

The frustation about not having enough clarity on my path of life grew stronger and smothered my creativity. On the peak of this dubiety I was traveling to Mallorca (Baleares, Spain) and was looking forward a special session. Petit, an absolutely blind, grey P.R.E. mare was waiting for an appointment with me.
Back then I didn’t know, what expected me or what impact this session would have on my career and even on my whole life.

And above all, watch with glittering eyes the whole world around you because the greatest secrets are always hidden in the most unlikely places. Those who don’t believe in magic will never find it.

The mare entered the paddock, on which she had never been before. In an instant I felt her unbroken fundamental trust and her intensive warmth around me. It simply took my breath away. The steps she took seemed careful, but never frightened. What kind of feeling must it have been to exist in absolute darkness as an animal which instincts are built on fleeing? When a horse can master its fears – why can’t I?
As Petit ran towards me she recognized the sound of my camera shutter and she looked at me. Not directly – her eyes were trapped in darkness but she somehow stared straight into my heart. She turned around and ran across the tiny trail, as if it was nothing. It was the moment this photo was taken, when she decided on her own to leave the shadows and follow the warmth of the sunlight breaking through the leaves.
I somehow recognized, I already got the answer to all my questions within myself: I simply have to believe. No matter how dark the world seems, I have to give myself a trust bonus. This is how I can find the warmth of sunlight, even if I can’t see it. Have faith and you will figure out, what your path of life may be.
Until today the meeting with Petit is one of the most precious moments I experienced as a professional horse photographer. Thank you for awakening this knowledge, Petit.

By now Petit still lives in a home, where she is well taken care of. She even became a mother for the first time some months ago and will pass on her unbreakable trust and pure love to the next generation.

 

Liebste Grüße, deine / Love, yours
Carina

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KOMMENTARE

[…] wurde immer mehr zu einer tiefen Schlucht, die unüberbrückbar schien. Allerdings schenkte mir eine besondere Begegnung die Erkenntnis, dass alle Antworten, die wir suchen, in uns selbst zu finden sind. Das bedeutet […]

[…] Mitte des Jahres, als mir bereits unterbewusst klar wurde, dass etwas in mir unglücklich und rastlos ist, war ich wieder mal für eine Fototour auf Mallorca. Letztendlich ist hier eines der Bilder entstanden, das mir am meisten bedeutet. Das Bild ist einfach, ich weiß. Die Schimmelstute ist nicht hundertprozentig scharf. Im Grunde ist dieses Bild technisch gesehen nicht mal etwas besonderes, aber dieses Foto bedeutet mir die Welt. Hinter dem Foto verbirgt sich eine Geschichte, aber da der Beitrag bereits so lang ist (sorry dafür), erspar ich euch weitere hundert Zeilen und kürze es wie folgt ab: Als ich das Shooting mit der absolut blinden Stute Petit hatte, wusste ich nicht, wohin mich mein beruflicher Weg führt. Ich wusste auch nicht, wohin ich wollte. Meinen Bildern fehlte wie besagt etwas, meine Gedanken waren reines Chaos und ich überlegte zu der Zeit sogar, ob ich diesen Beruf wirklich weiter ausführen möchte. So ein langweiliger Bürojob kam mir plötzlich wieder sehr attraktiv vor. Dann kam Petit und hat mir den Weg gezeigt. Das Vertrauen und die Wärme, die diese Stute mir und Lizz entgegen gebracht hat, während sie von nichts als Schwärze umgeben war, hat mein Herz erfasst und nicht mehr losgelassen. Während sie so vorsichtig aber neugierig durch den unbekannten Paddock streifte, schlug sie plötzlich den Weg eines dünnen, dunklen Pfades ein, der mit einem Tor aus Büschen zum Abendlicht endete. Auf dem Foto (Collage links oben) ist dieser Moment festgehalten. Auch wenn du nicht weißt, wohin der Weg dich führt, darfst du dich auf das Unbekannte einlassen. Vertraue auf deine Instinkte, auf dein Bauchgefühl, schenke deinem Herz mehr Aufmerksamkeit und sei mutig. Du wirst deinen Weg finden und die Welt vielleicht zu einem besseren Ort machen. So, wie die Stute es für mich getan hat. Danke, Petit. Mittlerweile erhielt sie einen eigenen, ausführlichen Blogeintrag. […]

[…] Das Herzstück meiner Arbeit entstand zu einer speziellen Zeit in meinem Leben und half mir, sie zu meistern. Die ganze Geschichte zum Foto „I see light“ findest du hier. […]

Wow so wunderschön! Das Bild gefiel mir auch immer wieder aufs Neue, wenn ich es gesehen habe und nun mit der Geschichte dahinter – richtig schön *-* <3

WOW liebe Carina, das Bild habe ich schon sehr oft betrachtet und nun verknüpft mit deinen Worten und der Geschichte dahinter, treibt es mir Tränen in die Augen. Es ist wirklich berührend und inspirierend zu gleich. Danke das du uns so oft an deinen Gedanken und Gefühlen teilhaben lässt.

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